Jo Leinen"Wir setzen Millionen Menschen diesen Strahlen aus. Wir wissen auch, dass viele daran erkrankt sind, vielleicht sogar auch gestorben sind, und es wäre höchste Zeit, einen hohen Schutz für die Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union einzuführen, wir brauchen eine europaweite Regelung. " ( WDR, Bericht aus Brüssel, 28.10.2009, Min:7:10,  http://tinyurl.com/yhwbofw )

Eine große Zahl aktueller Forschungsergebnisse >> stützt diese Ansicht Jo Leinens

Europarat fordert Kurswechsel in der Mobilfunkpolitik

Das höchste beschlussfassende Gremium des Europarates, der Ständige Ausschuss, forderte am 27.05.2011 in seinem Beschluss Die potentiellen Gefahren durch elektromagnetische Felder und ihre Auswirkung auf die Umwelt eine europaweite Wende in der Mobilfunkpolitik. Er übernahm und verabschiedete damit die Resolution des Umweltausschusses vom 06.05.2011.

In der Presseerklärung (s. Link unten) werden die europäischen Regierungen aufgefordert, alles Erdenkliche zu tun, um die Strahlenbelastung durch elektromagnetische Felder zu reduzieren, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen wegen des Hirntumorrisikos.
Den Regierungen werden konkrete Sofortmaßnahmen vorgeschlagen wie z.B. Aufklärungskampagnen für Kinder und Jugendliche, eine Handyerziehung mit dem Ziel, den Gebrauch strikt einzuschränken, Verzicht von WLAN an Schulen, elektrosmogfreie Schutzgebiete für Elektrosensible.
Gefordert wird auch die Anerkennung der athermischen gesundheitsschädlichen Wirkungen der Mikrowellenstrahlung und die sich daraus ergebende zwingende Senkung der Grenzwerte und eine sofortige Vorsorgepolitik.

Diagnose-Funk hat die Resolution des Europarates ins Deutsche übersetzt. Übersetzungsgrundlage: Fassung des Umweltausschusses vom 06.05.2011.pdf >>

Links zu den englischen und französischen Originaltexten:
Angenommene Resolution:
http://assembly.coe.int/Mainf.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta11/ERES1815.htm
Report zur Resolution:
http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/WorkingDocs/Doc11/EDOC12608.htm
Presseerklärung:
http://assembly.coe.int/ASP/NewsManager/EMB_NewsManagerView.asp?ID=6685&L=2
Auflistung der Sitzungsdokumente
http://assembly.coe.int/ASP/Doc/ATListingSession_E.asp?IDSession=337

 

Europaparlament BERICHT über die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern

Frédérique RiesDie belgische Europaparlamentarierin
Frédérique Ries
verfasste einen kritischen Bericht zum Thema Mobilfunk, der am 17. Februar vom Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik mit 43 zu einer Stimme angenommen wurde. Sie fordert u.a. eine sofortige Senkung des Grenzwertes auf 3 V/m.
Der hauseigene Fernsehsender des Europaparlaments hat dem Thema einen
15-minütigen Beitrag gewidmet, der zeigt, wie heftig an dazu zur Zeit auf der europäischen Ebene gestritten wird.
Dieser Fernsehbeitrag ist sehr in formativ und in einigen Aussagen sensationell.
Er kann in vielen Sprachen (Untertitel) angesehen werden.
Hier der Link zum Film: Film-Beitrag (mit deutschem Untertitel) >>

BERICHT über die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit
elektromagnetischen Feldern. pdf >>

REPORT on health concerns associated with electromagnetic fields.pdf >>

RAPPORT sur les preoccupations quant aux effets pour la sante des champs Electromagnetiques.pdf >>

RELAZIONE sulle preoccupazioni per la salute connesse ai campi
elettromagnetici.pdf >>

INFORME sobre las consideraciones sanitarias relacionadas con los campos electromagneticos.pdf >>

Europaparlament: Die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung sind untauglich! Abstimmungsergebnis 522 : 16

Sigmar Gabriel sieht rotDie rote Karte für
Umweltminister Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel verkündete im Juni als Ergebnis des Deutschen Mobilfunkforschungs-programms: Keine Gefahr durch Handys und Mobilfunkmasten, die Grenzwerte bleiben unverändert.
Das Europäisches Parlament fordert jetzt das Gegenteil: die Grenzwerte seien veraltet, hätten keine Vorsorgekomponente, berücksichtigten nicht die völlig neue Bestrahlungsituation durch den Mobilfunk, nicht die besondere Gefährdung von Schwangeren, Neugeborenen und Kindern.
Deshalb müssten sie auf der Grundlage der Erkenntnisse des BioInitiative Reports korrigiert werden.

Presseerklärung vom 4.9.2008.pdf >>
Gesamttext der Entschließung. pdf >>
Auszug elektromagnetische Felder. pdf >>

Liechtenstein zieht jetzt schon Konsequenzen:
der Grenzwert wird ab 2013 auf 1000 µWatt/m2 gesenkt ,
Umweltschutzgesetz. Art. 34, 4.pdf >>

Der Eiertanz der Politik zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis, Vorsorge und ökonomischen Zwängen

Risikoentsorgung für die Geschäfte der Mobilfunkindustrie:
Stellungnahme zum Abschluss des Deutschen Mobilfunkforschungsprogrammes

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gab am 17. Juni 2008 zu Mobilfunk und Handys eine unverantwortliche Entwarnung: sie seien ungefährlich.
Nur bei Kindern gäbe es noch offene Fragen.
Das hätte eine große Studie der Bundesregierung bewiesen.
Aber: gerade Studien, die Gesundheitsgefahren für Kinder hätten klären können, wurden aus dem Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm gestrichen.
Ist dies ein Zufall? Schon 2001 kritisierte das Mitglied der Strahlenschutzkommission, Prof. Jöckel im Bundestagshearing, dass diese Technik ohne Folgenabschätzung für Kinder eingeführt wird.
Warum wurde seither nicht daran mit Hochdruck geforscht? 
Weil man die Ergebnisse fürchtet. Kinder sind schließlich die UMTS - Hauptkunden.

Während sich Umweltminister Gabriel dem Druck der Mobilfunklobby (siehe Mobilfunk und Politik>>) beugt

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) unterschlug dazu
noch die Einschränkungen, mit denen das BfS die eigenen
Entwarnungen versehen hat:

  1. Es sei nicht möglich gewesen, der von Ärzten vorgelegten 700-seitigen Dokumentation über Beschwerden infolge von Mobilfunkexpositionen weiter nachzugehen (S.10).
  2. Die bei einer von zwei Studien zur Blut-Hirn-Schranke aufgetretenen biologischen Effekte konnten nicht abschließend bewertet werden (S.16).
  3. Studien zu gentoxischen Effekten sind noch nicht abgeschlossen (S.16).
  4. Studien zu möglichen Wirkungen auf das Schlafverhalten und die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern wurden nicht durchgeführt (S.21).
  5. Zur Frage einer besonderen Gefährdung von Kindern könne auch sonst noch nichts gesagt werden (S.24).
  6. Zur zentralen Frage von Langzeitwirkungen jenseits von 10 Jahren auch nichts (S.24,30)

aus der Broschüre des Bundesamtes  für Strahlenschutz: Das Deutsche Mobilfunk­forschungsprogramm, 2008. Der Umweltverband BUND,  DIE GRÜNEN, DIE LINKE kritisierten einhellig dieses Vorgehen der Bundesregierung.

Auf der Wissenschaftsseite www.hese-project.de fanden wir diese gute
Kritik an den Ergebnissen des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm.pdf >>

Im neuen EMF – Monitor  3/2008 des ECOLOG – Insitutes setzt sich H.-Peter Neitzke mit den Ergebnissen des DMF auseinander.

In einer Presseerklärung.pdf >> nahm die Bürgerinitiative zum Deutschen Mobilfunkforschungsprogramm Stellung.

Lesen Sie hierzu auch die Presseerklärung der Kompetenzinitiative.pdf >>

Weitere Hintergrundberichte zu Entwicklungen im Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm finden Sie auf dieser Seite.

Der Eiertanz hat ein vorläufiges Ende Bundesregierung und Netzbetreiber verweigern weitere Forschung:

Das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm (DMF) ist ausgelaufen.
Die Grünen beantragten.pdf>>, dass es v.a. wegen lückenhafter Forschungsergebnisse v.a. im Bezug auf Langzeitauswirkungen und Kinder weitergeführt werden muss.
Dies wurde von CDU, SPD und Netzbetreibern abgelehnt, siehe dazu die Presseerklärung der Grünen vom 4.7.2007.pdf>>
Dass das DMF lediglich ein Vorsorge - Alibi - Projekt war, macht sein abrupter Tod deutlich. Stiehlt sich hier die Industrie aus der Verantwortung?
Es ist ein Vorteil, wenn die Industrie überhaupt nichts mit dem Kontext wissenschaftlicher Studien zur gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunk zu tun hat, die Forschungsergebnisse, pdf>> standen sowieso fest: das Produkt ist ungefährlich.

Vielleicht hatte die Industrie die teure und zeitraubende Schauspielerei satt.
Sie präsentiert dem BMWi auch gleich einen effektiven, verkaufsfördernden Vorschlag: Die PR - Agenturen der Mobilfunkindustrie, das IZMF und die Forschungsgemeinschaft Funk (FgF) übernehmen für die Regierung die Öffentlichkeitsarbeit, so der Vorschlag des Siemenslobbyisten Dr.U. Kullnik,pdf>> auf einer Tagung am 21.6.2007 im Ministerium.

Im “American Journal of Industrial Medicine” (Accepted 17.5.2006) erschien der Artikel von Hardell et al.: “Secret Ties to Industry and Conflicting Interests in Cancer Research”, pdf.>> “Geheime Verbindungen zur Industrie und konfliktträchtige Interessen in der Krebs Forschung”.
Detailliert wird nachgewiesen, wie korrupte Wissenschaftler den Industrieinteressen dienen, auch in der Mobilfunkbranche.

Deutsche Übersetzung:
„Heimliche Verbindungen zur Industrie und Interessenkonflikte in der Krebsforschung".pdf >>
aus der Zeitschrift:  „umwelt-medizin-gesellschaft“
mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

2007

Bundestag:
„Anhörung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz am 07.12.2006 zum Thema „Einfluss des Mobilfunks auf die menschliche Befindlichkeit“.pdf >>
Wieder mal ein ganz erstaunliches Dokument. Das Bundesamt für Strahlenschutz steht Rede und Antwort und muss zwischen den Zeilen eingestehen: die hoheitlichen Interessen sind an die Mobilfunkindustrie verkauft worden.

Sätze der Machtlosigkeit zeigen den Ausverkauf der Gesundheit:

„Eine spezielle Ermächtigungsgrundlage für rechtliche Regelungen im Bereich der nichtionisierenden Strahlen fehlt“ (S.3).

Man habe keine Daten: „ Kenntnisse über die bundesweite mittlere Exposition der Bevölkerung, die durch Mobilfunk verursacht wird, liegen dem BfS nicht vor (S. 18).“

Die Naila Studie wird wieder einmal unsachlich kritisiert, aber sonst weiß man von nichts: „Epidemiologische Studien, bei denen eine individuelle Expositionsmessung durchgeführt wurde, sind dem BfS nicht bekannt.“ (S.7).

Zwischen den Zeilen spürt man den ganzen Eiertanz. Aber zuletzt ändert sich sogar der Zungenschlag - positiv. Hieß es bisher: keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren durch Mobilfunk, wird jetzt auf „unabweisbare Vorsorge“ gedrängt.

So in der Frage 10:
„10. Warum verlangt Italien niedrigere als die von ICNIRP (International Commission on Non-Ionising Radiation Protection) vorgeschlagenen Grenzwerte? Können diese eingehalten werden? Können diese Grenzwerte im Sinne einer Vorsorge auch Anhaltspunkt für Deutschland sein?
Antwort:
Die für die Beantwortung erforderlichen Einblicke in die Situation und die sachlichen
Grundlagen in Italien liegen dem BfS nicht vor. (Ei, Ei - man weiss per Tornado, wo der Taliban sich versteckt, aber nicht, wie der Italiener zu seinen Werten kommt. Man könnte ja mal in Südtirol anrufen, dort spricht man Deutsch! Anm. der Homepage.-Red.)

Die Grenzwertsetzung in Deutschland richtet sich nach den wissenschaftlich nachgewiesenen Risiken. Aufgrund der zusätzlich zu den nachgewiesenen Risiken existierenden Hinweise auf biologische Effekte bei Intensitäten unterhalb der in Deutschland geltenden Grenzwerte ist das Bundesamt für Strahlenschutz der Ansicht, dass Vorsorgemaßnahmen angesichts der bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern unabweisbar sind. Vorsorgemaßnahmen müssen drei verschiedene, sich ergänzende Bereiche umfassen: Maßnahmen, die eine möglichst geringe Exposition durch den Mobilfunk sicherstellen. Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Bevölkerung ausreichend informiert ist und in Entscheidungen, wie z. B. die Errichtung von Sendemasten, eingebunden ist.
Maßnahmen, die dazu geeignet sind, offene wissenschaftliche Fragen zu klären.
Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt sich für die Umsetzung dieses Vorsorgepaktes ein “ (S.21)
Nur - wo bleiben diese Maßnahmen?

März 2006

Strahlenschutzkommission schlägt Alarm:
Die Strahlenschutzkommission hat im März 2006 auf ihrer 206.Sitzung Alarm geschlagen. Entgegen den Beschwichtigungsreden der Politiker "Alles im Griff" stellt sie fest: in Deutschland wird fast nichts mehr zum Strahlenschutz geforscht, aber immer mehr die Bevölkerung bestrahlt:

"Die Strahlenforschung in Deutschland war jahrzehntelang im internationalen Vergleich führend. Da sie in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgebaut wurde, ist sie heute gegenüber USA, Japan, Frankreich und Großbritannien deutlich zurückgefallen. So gibt es derzeit nur noch einen C4/W3-Lehrstuhl in der Strahlenforschung an deutschen Universitäten. Sowohl der herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung als auch des großen wissenschaftlichen Potentials der Strahlenforschung wird die gegenwärtige Forschungslandschaft in Deutschland in keiner Weise mehr gerecht."
Hierzu die Kurzmitteilung der Strahlenschutzkommission.pdf (16 kb) >>
und das Dokument im vollen Wortlaut.pdf (91 kb) >>.

August 2006

Protokoll des Fachgesprächs zum Thema "Gesundheitliche Auswirkungen der
elektromagnetischen Felder des Mobilfunks – Befundberichte"
.pdf (219 kb) >>

2. August 2006 im Bundesamt für Strahlenschutz, Neuherberg
Ein außergewöhnliches Dokument. Es zeigt die ganze Dramatik der Diskussion.
Anwesend: Ärzte des Freiburger und Bamberger Appells und die Spitzenbeamten des BfS und der Bundesregierung. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.Eine Pflichtlektüre für Mobilfunkgegner, Befürworter und Unentschlossene.

In der Bundestagsdrucksache 16/1791.pdf (269 kb) >> vom 6. Juni 2006 werden die drei bedeutendsten Studien (Reflexstudie, Nailaer Ärztestudie, Salfordstudie) in ihrer Existenz anerkannt, aber die Ergebnisse völlig verfälscht.

Stellungnahmen zur Bundestagsdrucksache 16/1791

Die verfälschenden Darstellung und Formulierungen durch die Bundesregierung mit Bezug auf die sog. Naila-Studie.pdf >> und die Ergebnisse der REFLEX-Studie.pdf >> verraten eine unausgewogene und sogar verzerrte Sichtweise der Verfasser, die durch Tatsachen nicht gerechtfertigt ist. Das veranlasst Prof. Franz Adlkofer,
Dr. med Horst Eger
und Prof. Dr. med. R. Frentzel-Beyme zu ausführlichen Stellungnahmen:

Stellungnahme von Prof. Adlkofer, München.pdf (24 kb) >>
vom 20. Oktober 2006 zur verfälschenden Darstellung der REFLEX-Studie durch die Bundesregierung...

Stellungnahme von Dr. med Horst Eger, Naila.pdf (51 kb) >>
vom 23. September 2004 zur Fehlinterpretation der "Naila-Studie" durch das Bundesamt für Strahlenschutz.
Diese Stellungnahme wird erstmals mit der Erlaubnis von Dr. Eger >> veröffentlicht.

Stellungnahme von Prof. Dr. med. R. Frentzel-Beyme, Bremen.pdf (189 kb) >>
vom 1. Dezember 2006 zur Darstellung unabhängiger Forschungsergebnisse in der Bundesdrucksache 16/1791

2005

In den "Leitlinien Strahlenschutz.pdf (1,9 mb) >> " des Bundesamtes für Strahlenschutz wird ab Seite 42 im Kapitel Mobilfunk vor Gesundheitsgefährdungen durch die unkontrollierte Einführung dieser Technik gewarnt. Die Industrie forderte die sofortige Rücknahme dieser Leitlinien.

2005: In der Rede des BfS-Präsidenten Wolfram König zum 3. BfS-Fachgespräch Mobilfunk.pdf (547 kb) >> bedauert dieser, dass auf Druck der Netzbetreiber Studien von hoher Priorität für die Gesundheitsvorsorge gestrichen werden mussten.

2004

In der Bundestagsdrucksache 15/4604.pdf (229 kb) >> werden die Erkenntnisse wieder verharmlost

2003

Der "Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung"
des Bundestages legt einen Forschungsüberblick.pdf (957 kb) >> (Bundestagsdrucksache 15/1403) vor, der den weltweiten Forschungsstand aufarbeitet, die Grenzwerte der ICNIRP in Frage stellt (S.7, 19), die wachsende Anzahl von wissenschaftlichen Hinweisen auf Gesundheitsgefährdungen auflistet und auf die Notwendigkeit der Vorsorge (S.27, 35) hinweist. U.a. wird in dem Bericht festgestellt:
... (Seite 27 ff) "Von den Studien an menschlichen Probanden erbrachten 79 % positive Befunde. Die meisten Effekte betreffen das Nervensystem oder das Gehirn (86 %), es folgen Effekte im Zusammenhang mit Krebs (64 %)."

Ebenso wird auf die Rinderstudie von Prof. Löscher.pdf (521 kb) >> eindringlich hingewiesen:
... (Seite 24 ff) ... Von besonderem Interesse ist hierbei eine Veröffentlichung zu Rindern (Löscher / Käs 1998), in welcher erheblich reduzierte Milcherträge, Auszehrung sowie spontane Fehl- und Totgeburten dokumentiert wurden.
Von besonderer Relevanz sind die folgenden Sachverhalte:
– Der Gesundheitszustand der Rinder verbesserte sich erheblich, nachdem sie auf Weideland gebracht wurden, das weit entfernt von dem Sendemast lag, verschlechterte sich jedoch sofort wieder bei Rückkehr an den alten Standort;
– die negativen gesundheitlichen Effekte traten erst auf, nachdem auf einem Turm GSM-Mikrowellenantennen installiert wurden, der zuvor lediglich für die Übertragung
(analoger) TV- und Radiosignale genutzt worden war.

Auch in anderen Dokumenten wird von ähnlichen gesundheitlichen Auswirkungen auf Rinder berichtet (Firstenberg 2000). Schließlich wird über Rückgänge von Vogel- und Bienenpopulationen nach Inbetriebnahme neuer Basisstationsmasten berichtet.
Das Auftreten negativer Effekte bei Tieren ist deshalb von besonderer Relevanz, weil dadurch deutlich wird, dass die Effekte möglicherweise real und nicht nur psychosomatischer Genese sind. Darüber hinaus könnte aus der oftmals höheren Elektrosensitivität von Tieren im Vergleich zum Menschen gefolgert werden, dass die bei Tieren innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes aufgetretenen gesundheitlichen Probleme darauf hindeuten, dass eine Langzeitexposition beim Menschen ähnliche Folgen haben könnte

2001

Anhörung im Bundestag zum Mobilfunk. Der medizinische Berichterstatter Prof. Jöckel kritisiert die völlig unzureichende Begleitforschung.
Öffentliche Anhörung "Mobilfunk" am 2. Juli 2001.pdf (804 kb) >> (Seite 6 ff)

1991

1991: Die Strahlenschutzkommission weist bereits in der Empfehlung
"Schutz vor elektromagnetischer Strahlung".pdf (46 pdf) >> (12.12.1991, Bundesanzeiger Nr43, 3.3.1992) auf das Wissen über die athermischen Effekte der Mobilfunkstrahlung hin, der Gefahr von Veränderungen in der DNS: „So können unter Sonderbedingungen, wie über amplitudenmodulierte HF-Felder, auch direkte Wirkungen auf Makromoleküle, Zellmembranen oder Zellorganellen induziert werden.“ (S.5)
„Über spezielle Effekte, die nicht auf Erwärmung beruhen, wird in der Literatur seit ungefähr 15 Jahren berichtet...Es handelt sich meistens um Veränderungen der Permeabilität (Durchlässigkeit, d.Verf.) von Zellmembranen“ (S.6)
Dies wurde bei der Grenzwertfestlegung ignoriert.